Boombox -Do It Yourself - Case

Boombox -Do It Yourself Projekt – Case

Hallo Freunde der Musik! Heute möchte ich Euch mein aktuelles DIY (Do It Yourself) – Projekt vorstellen und zwar: eine Bluetooth Boombox. Der Grund für den Bau war bei mir eine TV-Soundbar, die plötzlich kaputt gegangen ist (nach Ablauf der Garantie). Ich hatte die Wahl die Soundbar zur Reparatur zu schicken, oder die Teile – insbesondere die Lautsprecher – weiter zu verwerten. Also habe ich mich entschlossen, das Gerät auseinander zu bauen und alle Lautsprecher zu entfernen. Insgesamt habe ich vier Basslautsprecher und vier Mittel / Hochtöner ausgebaut. Dabei konnte ich sehen, daß die Verstärkereinheit der Soundbar ziemlich durchgeschmort ist. Eine Reparatur wäre wahrscheinlich sehr teuer geworden.

Boombox - Do It Yourself Projekt Casebau

Boombox – Do It Yourself Projekt Casebau

Nach diversen Zeichnungen und Skizzen habe ich mir überlegt, eine Boombox als “Truhen Case” mit den Maßen 820 mm x 450 mm x 600 mm (B/T/H) zu bauen. Der Preis für ein fertiges Case in der Größenordnung wäre in der Summe in etwa ähnlich ausgefallen, wie mein Selbstbauprojekt. Ein Wunsch war dabei, die MPC Live, den Pt-01 Scratch Plattenspieler, sowie den mobilen Mixer mit zu integrieren. Also eine Art rollbares und tragbares Case für mobile – per Akku betriebene – elektronische Musikinstrumente.

Benötigte elektronische Teile für den Bau der Bluetooth Boombox

Nachdem ich die Maße festgelegt habe, bin ich dazu übergegangen, die benötigten Teile zu besorgen. Angefangen habe ich mit einem 2 x 45 Watt + 1 x 68 Watt – 2.1 Verstärker mit Sub-Ausgang. Das Gerät läuft mit 12 Volt, das Netzteil ist ebenfalls mit dabei. Anfangs dachte ich, für den mobilen Betrieb eine 12 Volt Auto / Motorrad – Batterie zu benötigen, eine Powerbank funktioniert aber auch. So habe ich ersteinmal alle 8 Lautsprecher, den 2.1 Verstärker, einen Bluetooth-Empfänger und die Powerbank in Betrieb genommen und war erstaunt, wieviel Leistung damit bereits ohne ein Gehäuse erreicht werden kann.

Verstärker, Akku, Lautsprecher, Bluetooth Empfänger

Boombox DIY Teile

Alle Geräte habe ich ersteinmal auf ein Brett gelegt, um die Akkulaufzeit zu testen. Dank digitaler Akkustandanzeige konnte ich nachvollziehen, wie lange ich in etwa mobil damit hören kann. Mein Test ergab in etwa eine Laufzeit zwischen 8 und 10 Stunden (je nach Lautstärke). Für eine Powerbank ist das eine ordentliche Leitung wie ich finde. Ich habe dann nach Bildern der Soundbar im Netz gesucht (geöffneter Zustand), um den Subwoofer annähernd zu rekonstruieren. Profis würden meine Ausführung wahrscheinlich belächeln, ich bin mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden. Einiges basiert dabei auf “try and error”.

Aufbau der Boombox – Subwoofer

Wie man auf dem Bild sehen kann, versorgt die Powerbank (maximal 19 Volt) den Verstärker mit Strom (hier speziell 12 Volt). Ein Bluetooth-Empfänger wurde per Miniklinke an den Verstärker angeschlossen. Es gibt aber auch Verstärker, die ein Bluetooth-Modul bereits integriert haben. Somit kann ich die Musik von meinem Handy etc. an den Empfänger schicken, der es dann über den Verstärker abspielt. Eine detaillierte Teileliste folgt im Anschluss.

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MPC X / Bild: Thomann.de

MPC X / Bild: Thomann.de

MPC Live / Bild: Thomann.de

MPC Live / Bild: Thomann.de

 

Boombox - Subwoofer Basis auf Rollen

Boombox – Subwoofer Basis auf Rollen

Das Case befindet sich auf feststellbaren Rollen. Die zwei starren Rollen wurden später noch gegen bewegliche und feststellbare Modelle ausgetauscht. Ich habe also ersteinmal einen Kasten aus 18 mm MDF – und Leimholzplatten angefertigt, um daraus einen Subwoofergehäuse zu bauen. Wie man auf dem Bild sehen kann, sind die vier Bassboxen nach unten gerichtet. Um dem Ganzen mehr Stabilität zu verleihen, habe ich die Box so gebaut, daß ich auf den Stirnseiten ebenfalls Bretter angebracht habe. Später bilden sie den Rahmen für die restliche Boombox.

Boombox Subwoofer Case / Gehäuse

Boombox Subwoofer Case / Gehäuse

Anmerkung: Der Aufbau des Subwoofers ist hierbei sicher nicht fachgerecht. Versierte Lautsprecher-Experten würden an der Stelle sicher viele Dinge anders machen. Ich habe mich annähernd am Aufbau der Soundbar orientiert und das Material genutzt, was mir zur Verfügung stand. Wichtig war mir, daß hier alles dicht ist und die Luft lediglich durch die Bassreflex-Öffnungen abgeleitet wird. Alles wurde schön verleimt und mit etwas Lautsprecher Dämmwatte zur entsprechenden Dämmung ausgekleidet.

Boombox Subwoofer Verkabelung

Boombox Subwoofer – Verkabelung

In das Deckbrett wurden Löcher gebohrt und die Lautsprecher mit den vorhandenen Kabeln verbunden. Die Löcher wurden mit Silikon abgedichtet. Der 2.1 – Verstärker hat für die Basslautsprecher vier Anschlussklemmen (+/- Links / Rechts), die speziell für den Bassbereich gedacht sind. Es gibt drei Regler, mit denen die Übergangsfrequenz (X-Over 50Hz – 200Hz), sowie der Anteil vom Bass, sowie Treble eingestellt werden kann. Ein Regler am Verstärker dient für die Einstellung der Gesamtlautstärke.

Boombox mit Subwoofer und Bassreflexöffungen

Boombox mit Subwoofer und Bassreflexöffungen

Nachdem die Seitenteile (Höhe 450 mm) verleimt und verschraubt wurden, hatte ich schonmal eine vernünftige Basis und konnte so bequem weiter arbeiten. Während des Baus konnte ich die Technik bereits nutzen, um beim Arbeiten Musik zu hören.

Boombox Frontlautsprecher

Boombox Frontlautsprecher

Die Boombox wollte ich so gestalten, daß ich am Ende die erwähnten Geräte darauf positionieren kann. Ein verschliessbarer Deckel wurde zum Schluss ebenfalls angefertigt. Man sieht hier nun ein 300 mm hohes Brett mit den entsprechenden Löchern für die weiteren Lautsprecher. Ich habe noch zusätzlich ein paar preiswerte 2-Wege Auto-Lautsprecher besorgt, da mir die kleinen Mitten / Höhen-Lautsprecher aus der TV-Soundbar für die vorhandenen Fläche etwas zu unterdimensioniert erschienen.

Boombox Abdeckung / Siebdruckplatten

Boombox Abdeckung / Siebdruckplatten

Für die Außenverkleidung habe ich mir sogenannte Siebdruckplatten (9 mm Birke) im Baumarkt auf Maß zuschneiden lassen. Die Befestigung erfolgte über wenige Schrauben. Eine zusätzliche Befestigung erfolgte später durch Aluminium Kantenschutz-Winkel. Für die schwarz-braunen Siebdruckplatten ist zum Anzeichnen der Kreise für die Lautsprecher ein weisser Stift / Marker empfehlenswert. Es erfolgte ein Vorbohren und Aussägen der Lautsprecher-Öffnungen.

Boombox - Front Lautsprecher

Boombox – Front Lautsprecher

Hier sieht man nun die eingebauten Frontlautsprecher und die seitliche Abdeckung mittels Siebdruckplatten. Alle Rollen sind nun beweglich und können festgestellt werden. Die Höhe beträgt insgesamt ca. 500 mm, die Länge liegt bei 820 mm und die Tiefe (Breite) bei 450 mm. Die Boombox lässt sich bereits sehr gut rollen.

Boombox Service / Öffnung

Boombox Service / Öffnung

Es wurde ein 18 mm dickes MDF-Brett zurechtgesägt, daß als Auflage für die Geräte dient. Um direkt an den Verstärker zu kommen, habe ich eine Ausparung gesägt, welche als “Serviceklappe” dient. Somit kann ich den Verstärker An-Ausschalten und den Klang einstellen, ohne das Brett entfernen zu müssen. An der Stelle werden auch die Kabel für die Powerbank, und das Audio Klinkekabel (Chinch) etc. hinausgeführt.

Boombox mit MPC Live - Mixer und Pt01 Plattenspieler

Boombox mit MPC Live – Mixer und Pt01 Plattenspieler

Hier sieht man eine erste – unverkabelte – Anordnung der Geräte. Es handelt sich dabei um einen PT-01 Scratch Plattenspieler, die MPC Live und den mobilen Mixer. Alle Geräte können per Akku bzw. Powerbank betrieben werden. Wichtig ist hierbei, daß die Geräte genug Platz für die Kabel (Midi / Audio / Strom) haben. Der Platz reicht auch aus, um zwei PT-01 Plattenspieler und den Mixer abstellen zu können (siehe nächstes Bild).

Boombox - 2 x Dj Plattenspieler PT-01-Scratch

Boombox – 2 x Dj Plattenspieler PT-01-Scratch

Die Abdeckung auf der Rückseite fehlt an der Stelle noch, da für die Front-Lautsprecher noch interne Gehäuse (Boxen) gebaut wurden. Vor den Dj-Plattenspielern und dem Mixer haben sowohl die Powerbank, als auch die entsprechende Verkabelung ausreichend Platz.

Boombox - Technik / Verkabelung

Boombox – Technik / Verkabelung

Hier sieht man den 2.1 Verstärker, sowie die verkabelten Lautsprecher. Die unteren Kabel führen zu den vier Basslautsprechern im Subwoofergehäuse. Die Mittel – und Hochtöner bekamen noch zusätzliche Boxen / Gehäuse (siehe nächstes Bild). Man kann auf dem Bild auch zwei Frequenzweichen erkennen, die zur frequenzselektiven Aufsplittung der Audiosignale eingesetzt werden. Die Frequenzweichen waren bereits bei den Soundbar-Lautsprechern dabei.

Boombox offen in der Draufsicht

Boombox offen in der Draufsicht

In der Draufsicht sieht man nun die beiden Kästen für die Lautsprecher. Hierfür habe ich ebenfalls MDF Platten zugesägt. Es gibt oben eine “Wartungsklappe”, wodurch man gut an die Lautsprecher sowie Kabel gelangen kann. Die Boxen wurden ebenfalls mit Dämmwolle ausgefüllt. Klanglich macht die gesamte Boombox schonmal einen hochwertigen Eindruck.

Boombox mit LED Beleuchtung

Boombox mit LED Beleuchtung

Der vierte Tag ist vorbei und ich habe einige Geräte an den mobilen Mixer angeschlossen um den Klang zu testen. Das Bluetooth-Modul liegt nun oben auf der Ablage. Die Powerbank befindet sich derzeit noch im Gehäuse. Alles läuft in dem Moment über Akkus mit einem – wie ich finde – sehr guten Klang. Die Akku-Laufzeit (mehr als 10 Stunden) ist ordentlich.

Deckel und Kantenschutz aus Aluminiumprofilen

Der Deckel vom Case wurde ebenfalls aus Siebdruckplatten gefertigt. Die Maße betragen 820 x 420 mm (Deckplatte), 820 x 100 mm (Front) und 420 x 100 mm (Seitenteile Stirnseite). Die Bretter wurden verleimt und verschraubt. Als Kantenschutz und für eine bessere Optik wurden an allen Seiten Aluminiumprofile angebracht (30 x 30 x 1,5 mm).

Haube / Deckel vom Boombox Case

Haube / Deckel vom Boombox Case

Hier sieht man einen Teilausschnitt von der Haube / dem Deckel. Die Haube wurde ebenfalls mit 9 mm Siebdruckplatten angefertigt. Die Höhe beträgt 109 mm und die Breite 820 mm. An der Unterseite der Haube, sowie an der Oberseite vom Case wurden noch Schließprofile (male + female) aus Aluminium angebracht. Hierfür wurden sie mit einer 45 Grad Gehrung passend zugesägt. Somit kann die Haube auf das Case gelegt werden, ohne zu verrutschen. Zum Schluß kamen noch Kugelecken als Kantenschutz an die entsprechenden Ecken. Um die Schließprofile zusätzlich zu befestigen wurden L-Ecken angebracht.

Griffe und Butterfly-Verschlüsse

Um die Boombox transportieren zu können, habe ich am Case und an der Haube Butterfly-Verschlüsse befestigt. An den Stirnseiten befinden Einbau-Stahlklappgriffe (in einer Einbauschale), also insgesamt zwei breite Griffe zum Tragen der gesamten Box.

Boombox Selbstbau - Projekt

Boombox Selbstbau – Projekt

Mobiler und stationärer Betrieb

Was mich erstaunt ist sowohl die Leistung, als auch die Laufzeit, die über die Powerbank mit der Boombox im mobilen Betrieb erreicht werden kann. Sofern man jedoch über einen Netzanschluss verfügt, kann man über einen Kaltgeräteeinbaustecker Strom von aussen in die Box führen. Hierfür habe ich den besagten Stecker von außen an die Box befestigt und innen eine Steckerleiste angebracht. Dadurch können die Geräte betrieben, oder Akkus aufgeladen werden, ohne etwas entfernen oder herausnehmen zu müssen. Als Steckerleiste kann man auch ein Modell wählen, welches zusätzlich über USB-Ports zum Aufladen der USB-Geräte verfügt (siehe optionales Zubehör).

Teileliste für die Bluetooth Boombox

Hier eine Teileliste für die selbstgebaute Boombox. Viele Teile bekommt man im Baumarkt, im Elektronikmarkt oder Online. Zur besseren Orientierung liste ich alle Artikel auf, die man auch im Internet bestellen kann. Im Bereich der Lautsprecher verlinke ich andere Modelle, da ich bei mir – wie bereits erwähnt – die Lautsprecher aus meiner Soundbar ausgebaut habe. Für dieses Projekt eignen sich z.B. auch herkömmliche Auto-Lautsprecher sehr gut.

2.1 Audio – Verstärker
Lautsprecher – Set (2 Sets)
Powerbank (Auto Starthilfe) 600A / 18000mAh
Bluetooth Empfänger (Adapter)
Lenkrollen feststellbar (4 Stück im Set)
Siebdruckplatten
Lautsprecher Dämmung (Dämmwatte weiß)
Bass Reflex Tube (2 Stück)
Kaltgeräteeinbaustecker
Blindnieten (Popnieten) im Set
Holzschrauben im Set
Holzleim (Express)
MDF Platte 10 mm
Butterfly-Verschluss in Einbauschale (Einbautiefe 9 mm)
Riemengriff Haube / Deckel (Kunststoff)
Kugelecken Mittel
Noppenschaum 2 cm (Haube innen)
Klappgriff gefedert (2 Stück)
L-Ecken (8 Stück)
Aluminium Kantenschutz 30 x 30 mm ( 7 Stück)
Aluminium Schließprofil oben (male Closing Profile)
Aluminium Schließprofil unten (female Closing Profile)

Weiteres / optionales Zubehör:

Spannungswandler 5 auf 12 Volt (PT-01 Scratch Betrieb per Powerbank)
LED Schreibtischlampe mit wiederaufladbarem Akku
Steckdosenleiste mit USB-Ports
Plattenspieler (300 x 300 mm)
Mobiler Audio Mixer (9 Volt)
MPC Live
Audiokabel 3,5 mm Klinke (Stereo auf 2 x 6,3 mm Klinke)

Abschluss und Fazit zur DIY Boombox

Der zeitliche Aufwand betrug bei mir ca. vier Wochen neben der Arbeit. Leider stand mir keine Werkstatt zur Verfügung, weshalb ich für viele Dinge etwas länger gebraucht habe, als es eigentlich nötig ist. Wer sich die Mühe mit dem Case sparen möchte, kann sich z.B. auch hier ein Case anfertigen lassen, oder dort ein passendes Case kaufen, um es nach seinen Wünschen auszubauen. Die DIY Boombox hat einen hervorragenden Klang und kann komplett per Akku betrieben werden. Man kann sowohl zwei PT-01 Scratch – Plattenspieler + Mixer oder einen der Plattenspieler + MPC Live + Mixer mobil nutzen. Über einen Stromanschluss kann ich die Box auch per Netzstrom betreiben. Am Ende könnt Ihr Euch noch ein Video anschauen, wo die Eigenschaften veranschaulicht werden. Über Eure Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Hier nochmal die Boombox zusammen mit einem Plattenspieler, Mixer und der MPC Live:

Boombox und MPC Live

Boombox und MPC Live

Video: DIY Boombox als Case:

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