HipHop-Beats mit Reason produzieren - Tutorial
9. Januar 2007

HipHop Beats mit Reason produzieren
Hallo liebe Musikfreunde!
Ich möchte in diesem Beitrag anfangen ein Einsteiger-Tutorial zu erstellen, in dem es um das Musikmachen mit Reason (3.0) bzw. um Beats und anschliessend fertige Instrumentale im Allgemeinen geht.
Anmerkung: Ich möchte Euch hier ein Tutorial (für Einsteiger) einer Musiksoftware anbieten welche ich selber nutze, ich gebe keine Garantie auf Richtigkeit, keine Erfolgsgarantie und hafte auch nicht für Schäden o.Ä., das Tutorial bezieht sich ausschliesslich auf meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit Reason 3.0., daher keine Gewähr!
Einleitung
Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten Musik am Computer zu machen, man kann zusätzliche externe Hardware dafür benutzen (z.B. Drumcomputer, Synthesizer, Sampler, sowie zahlreiche weitere Tasteninstrumente). Ich beschränke mich hierbei ersteinmal auf die Software Reason von Propellerheads ( www.propellerheads.se ) und die Benutzung eines Usb-Midi Keyboards dafür, da wir diese Mittel unter anderem auch für unsere Musik benutzen.
Am Anfang zu den Amiga 500 - Zeiten waren in unserem Bekanntenkreis (bzw. bei sehr vielen Musikern) sogenannte Tracker-Programme sehr beliebt, wie z.B. Fasttracker, Protracker usw. Diese Programme gibt es für den Mac oder Pc heute immer noch, oftmals als kostenlose Vollversionen oder Shareware. Bei diesen Programmen wurden meistens sogenannte “Samples” in das entprechende Programm geladen und mit Hilfe der Tastatur in einzelne Spuren eingefügt. Beim Amiga 500 waren dies meistens 4-8 Spuren, die Samples waren in Mono, 8 Bit. Wer sich für diese Trackerprogramme interessiert findet unter www.madtracker.org ein recht interessantes Programm.
Die Technik, mit der das Programm Reason arbeitet funktioniert ähnlich, es gibt hier jedoch weitere Möglichkeiten als ein einfaches Einspielen von Samples, z.B. die Klangerzeugung mit Hilfe von Synthesizern. Samples sind nichts weiter als Klänge bzw. digitalisierte Auschnitte aus Original-Instrumenten. Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Sampling findet man sehr gute Informationen zum Thema Sampling.
Viele Neueinsteiger sind oftmals am Anfang ein wenig überfordert mit den zahlreichen Funktionen die das Programm Reason bietet, nach einer kurzen Einarbeitungszeit wird allerdings schnell klar: Nicht alle Funktionen werden für einen Schnelleinstieg gebraucht und man kann sehr schön die Übersicht behalten, sofern man sich ersteinmal mit den Grundfunktionen vertraut gemacht hat. Tipp: Man kann sehr viel aus den Demosongs lernen, welche bereits mit der Software mitgeliefert werden, oder als Download im Internet auf zahlreichen Webseiten bereitstehen.
Die Grundfunktionen bei Reason 3.0
Um eine Übersicht der Software zu bekommen, starten wir hier ersteinmal mit einem Tutorial-Video für Reason. Das Tutorial-Video ist in englischer Sprache, ein Grossteil der Software ist ebenfalls in Englisch gehalten, es sollten daher Sprach-Grundkentnisse vorhanden sein.
Auf die Einzelheiten der zahlreichen Geräte gehen wir später ein, ersteinmal schauen wir anhand des Videos, was uns bei der Software Reason 3.0 der Firma Propellerheads in etwa erwartet . Im Video hat der Sprecher ein Keyboard an seinen Computer angeschlossen, um so Noten in das Programm einspielen zu können. Grundsätzlich kann man Reason auch ohne Keyboard benutzen, für umfangreichere Melodien etc. ist es auf jeden Fall zu empfehlen.
Reason Tutorial-Video 1
Quelle: www.youtube.com/watch?v=OADBlQKqPzU
Propellerheads Reason Song Tutorial - make a track in 20min!
Woher bekommt man die Software Reason?
Empfehlung: Neben Testversionen (als Download auf der Hersteller-Webseite) kann man die Software in so gut wie jedem Musikhaus kaufen oder im Internet bestellen, z.B. hier:
Propellerheads - Reason 3.0 im Internet bestellen . Die Vorteile diese Software zu kaufen liegen klar auf der Hand. Ich habe bei meinem Software-Paket 3 Cds dabei gehabt, 2 Handbücher (Deutsch), sowie eine Art Kundenkarte, auf der meine Lizenznummer usw. eingetragen ist. Ausserdem gibt es für Kunden auf der Webseite des Herstellers einen grossen Kundenbereich mit aktuellen Updates und massenhaft freien Downloads (Samples, Songs, Instrumente, Patches uvm.). Ich habe damals ausserdem einen zusätzlichen Account bei einem Dritthersteller über 300 MB professionelle Samples kostenlos dazu erhalten, als kleinen Bonus für das Registrieren der Software, ob das Heute noch so ist weiss ich nicht.
Auf den Cds befinden sich zum Einen die Daten für die Installation, sowie 2 weitere Cds voll mit Samples, Instrumenten, Loops, Orchester, Soundbänke, Effekte usw usw., da wird einem ziemlich viel geboten, wahrscheinlich ist dies einer der Gründe, warum die Software neben dem enormen Umfang und der Qualität überall so beliebt ist. Soweit ich weiss, arbeitet sogar Liam Howlett von Prodigy mit Reason.
Mit Reason wurden bereits eine Menge professioneller Studio-Produktionen ermöglicht, wer ernsthaft Musik machen möchte, bzw. für sein Geld ein super Programm erwerben möchte, dem sei die Software unbedingt empfohlen, ich jedenfalls möchte Reason nichtmehr missen, auch auf meinem Notebook läuft es sehr gut. Ich hatte zuerst Reason 2.0 gekauft und konnte später dann relativ günstig auf Reason 3.0 updaten - auch eine Alternative. Kleinere Updates bekommt man gratis im Memberbereich des Herstellers.
Der Aufbau von Reason

Midi In Device
Das Midi In Device ist voreingestellt und stellt die Verbindung zwischen der Software und der Soundkarte bzw. zu anderen Schnittstellen (Midi etc.) her. hier muss soweit erstmal nichts eingestellt werden, wenn die Soundkarte in den Voreinstellungen richtig eingestellt wurde, bekommt man diese auch im Midi In Device angezeigt (z.B. DirectX - primärer Soundtreiber), weitere Einzelheiten dazu findet man im Handbuch.
Der Mixer
Fängt man bei Reason mit dem Template-Song “Empty Rack” an, hat man als erstes nur das Midi in Device vor sich. Klickt man oben in der Menüleiste auf Create und wählt Mixer 14:2 wird unterhalb des Midi in Device ein Mixer hinzugefügt, dieser ist dann blau umrandet. Das sieht dann folgendermaßen aus:

Mixer Einstellungen
Im Mixer gibt es zahlreiche Einstellungen wie z.B. die Aux-Regler, einen Equalizer, Buttons für Mute (Stummschaltung) und Solo, sowie Lautstärkeregler für die einzelnen Kanäle. Wenn man jetzt die Tab-Taste drückt ändert sich die Ansicht von Reason und man sieht das Programm von der Rückseite und die entsprechenden “virtuellen Verkabelungen”, hierzu ein Bild:

Es wurde hier das Midi In Device automatisch vom Programm mit der “MClass Mastering Suite Combi” verkabelt, welches dann mit dem Mixer verbunden wurde. Die Mastering-Möglichkeit ist relativ neu und existiert erst ab der Version 3.0, hiermit hat man die Möglichkeit mehr “Druck” in seine Musik zu bringen, zahlreiche Voreinstellungen erleichtern die Auswahl. Dieses Gerät wird ebenfalls durch “Create” hinzugefügt. Zu beachten ist beim Hinzufügen neuer Geräte immer, dass man vorher ein Gerät auswählt, welches “davor” stehen soll. In unserem Beispiel wurde also das Midi In Device angeklickt und dann das “MClass Mastering Suite Combi” hinzugefügt, somit ist die Verkabelung und die Anordnung der Geräte in der gewünschten Reihenfolge. Ein aktiviertes Gerät ist immer blau umrandet, was die Vorgehensweise übersichtlicher gestaltet.
Weitere Geräte die nun hinzugefügt werden schliesst das Programm an den Mixer an, somit durchlaufen die Klänge den Mixer, weiter zum Mastering-Gerät und zur Schnittstelle des Midi in Device.
Subtractor
Der Subtractor ist ein virtueller Analoger Software-Synthesizer. Sobald man dieses Gerät hinzugefügt hat (Create / Subtractor Analog Synthesizer ) kann man zahlreiche “Patches” laden. Patches sind voreingestellte Grundeinstellungen die den jeweiligen Sound ergeben (z.B. Bass Guitar usw.).
Zum Öffnen eines Patches geht man oben links auf das Ordnersymbol und wählt z.B. aus der Liste der “Reason Factory Sound Bank” das gewünschte Patch aus. Bereits hier steht uns eine recht ordentliche Auswahl an Kategorien und den dazugehörigen Sounds zur Verfügung, die verschiedenen Kategorien beinhalten unter anderem: Bass, Fx, MonoSynths, Pads, Percussion und PolySynths.

Die zahlreichen Funktionen und Einstellungen zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen, es gillt: Ausprobieren und sich Schritt für Schritt mit den Funktionen vertraut machen, erste Erfolgserlebnisse stellen sich schon recht schnell ein, das Handbuch sollte auch hierbei nicht fehlen. Ich trage hier einige interessante Links zu diesem Gerät ein, auf den folgenden Webseiten könnt Ihr Euch umfangreich über den Subtractor von Reason informieren:
Weitere Video Tutorials:
http://www.propellerheads.se/news/articles/index.cfm?fuseaction=video
Soundbeispiele für den Subtractor:
http://www.znarfelectronix.de/hoertest/frames/synth41.html
Weiterführende Links und Wissenswertes:
Ein sehr nett geschriebenes Tutorial findet Ihr unter:
Drum and Bass mit Reason
http://www.simonv.com/tutorials/reason.php
DjHighfly 2007
Tags: propellerheads, sequenzer, hiphop beats, midi, usb, keyboard, samples, rap , reason 3.0 tutorial, reason lernkurs, beats machen ,reason
24. Januar 2007 um 18:26
Hey highfly!! ein sehr gutes tutorial! hat mir als reason einsteiger schon ein ganzes stück weiter geholfen!!
ich hoffe es kommen noch ein paar abschnitte hinzu!
und in ein paar wochen lassen sich die ersten dicken beats schrauben:-)
4. November 2008 um 21:52
Wow, dies ist ja mal eine klasse An- und Einleitung. Da hat sich jemand sehr sehr viel Mühe gegeben. 1000 Dank, denn dies hilft mir wirklich weiter.
9. November 2008 um 23:40
Respekt, das nenn ich mal eine hervorragend ausführliche Anleitung und die weiterführenden Links am Ende enthalten auch noch nützliche Infos. Vielen dank!