Hallo Musik und Film-Freunde,

making-of-concert-dvd

Heute möchte ich Euch einen kleinen Einblick in die Arbeit einer Konzert-DVD geben, bzw. Euch ein kleines Making of zu unserer Dvd vorstellen. english-language Eine kurze englischsprachige Version unseres Making of´s findet Ihr hier (For an short english version of our Video-Tutorial click here)

Konzert Dvd - Making of

Wenn man vorhat ein Konzert zu filmen, sollte man sich vorher schon einmal überlegen welche Möglichkeiten man vor Ort hat, ob man z.B. überhaupt filmen darf und wie die Räumlichkeiten gestaltet sind. Im Idealfall ist man gleichzeitig der Veranstalter des Konzertes und kann sich somit den Platz zum Filmen weitestgehend selber aussuchen bzw. vorbereiten.

Kameras

Welche Kameras möchte man benutzen und wieviele? Wir haben für unsere Konzert-DVD zwei verschiedene recht hochwertige Kameras zur Verfügung gehabt, die Canon Xl2 und die Sony HC1, beide Kameras unterstützen den 16:9 Modus. Die Xl2 ist eine sehr hochwertige (leider auch recht teure) Kamera welche ideal für Konzertaufnahmen ist, da man bereits an der Kamera selbst zahreiche Einstellungen für den Ton hat, wie z.B. einen XLR Eingang und verschiedene Regler für den Sound, das Bild ist ebenfalls sehr gut.

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Canon Xl2: Quelle Canon.de Sony Hc1: Quelle Sony.de

Die Sony Hc1 ist wesentlich preiswerter und kompakter und eignet sich auch für Szenen wo man nicht unbedingt ein Stativ brauch (Publikum, Backstage usw.). Die Bildqualität ist ebenfalls sehr gut, es handelt es sich hierbei um eine HDV-cam (Auflösung HDV 1440 x 1080/50i und MiniDV 720 x 576/50i)

Tonaufnahmen

Oftmals sieht man im Internet Videoaufnahmen (z.b. bei Youtube.com) von Konzerten, wo lediglich eine kleine Dv-Cam benutzt wurde, wo der Ton nicht separat aufgenommen wurde sondern das eingebaute Mikrofon der Cam für die Aufzeichnung des Tons benutzt wurde. Hierbei enstehen sehr oft folgende Probleme:

Konzerte sind meistens sehr laut, die Aufnahmen sind daher meistens übersteuert und man kann mit der Tonaufnahme später nichtmehr viel anfangen, z.B. die Tonspur mit anderen Programmen nachträglich bearbeiten oder die Musik geniessen, es gillt: Hat man einmal eine übersteuerte Tonaufnahme, ist diese im Nachhinein kaum noch zu retten!

Empfehlung: Den Ton so gut es halt irgendwie möglich ist getrennt aufnehmen, dafür bedarf es allerdings die Mithilfe des Tonmischers. Der Tonmischer kann an seinem Mischpult meistens einen Ausgang der gesamten Abmischung bereistellen (Klinke, XLR oder Chinch-Ausgang), damit kann man die Musik dann in einen Minidics-Recorder, DAT-Recorder oder sonstige Geräte einspeisen. Profis nehmen jedes Instrument bzw. jeden Kanal einzeln auf, um im Nachhinein eine neue Abmischung zu machen oder auch Surround (z.B. Dolby Digital oder DTS) Aufnahmen zu realisieren.

Man sollte dabei beachten, das man die Live-Aufnahme dann auch im richtigen Pegel aufnimmt (Pegel der Aufnahme kontrollieren - Kopfhörer dabei haben). Sämtliche Kabel solte man schon mitbringen, nicht immer kann der Mischer Kabel etc. zur Verfügung stellen, ausserdem sind die Leute hinter den Mischpulten einem enormen Stress ausgesetzt, weshalb man sich möglichst unauffällig verhalten sollte.

Sobald man also die Möglichkeit hat die Musik durchgehend getrennt aufzunehmen (möglichst lange Medien wie Dat-Tapes oder Digital-Recorder benutzen, welche man in den Pausen wechseln kann) hat man also schonmal somit das Wichtigste im Kasten, die Musik.

Anmerkung: Wir haben mit unserer Canon Xl2 ganz hinten gestanden und konnten hiermit auch die Musik ganz gut mit aufnehmen. Zum einen hat diese Kamera ein recht gutes und grosses Mikrofon, zum Anderen konnten wir den Eingangspegel manuell runter regeln, dies ist auch bei Neuanschaffungen zu berücksichtigen - das manuelle Einstellen der Audio Eingangslautstärke. Die Tonspur der Kamera konnte hiermit also zusätzlich zu unseren DAT-Aufnahmen benutzt werden, um eine live-Atmosphäre aufrecht zu erhalten (Publikum!) Die Tonspuren wurden später mit Adobe Premiere 2.0 gemischt. Wichtig sind vorhandene Kamera-Tonspuren allemal, da wir die getrennten Ton-Aufnahmen mit denen der Kameras synchronisieren konnten.

Videoaufnahmen

An erster Stelle steht hier in Sachen Zubehör das Stativ. Konzerte dauern manchmal sehr lange (Vorgruppen oder wie in unserem Fall gleich mehrere Gruppen an einem Abend). Die Kamera bei langen Konzerten ruhig in der Hand zu halten ist nicht möglich, daher empfehlen wir die Anschaffung eines Statives. Für kurzzeitige “actionreiche” Aufnahmen (Bühne, Close-Up´s, Publikum usw.) kann man die Kamera in der Hand halten, über ein Stativ freut man sich spätestens wenn man sich die ruhigen Aufnahmen später am Fernseher anschaut. Aufnahmen die nicht verwackelt sind, lassen sich auch einfacher und entpannter zurechtschneiden.

Wir haben für unsere Konzerte in letzter Zeit immer zwei Kameras und zwei Stative gehabt. Eine Kamera stand meistens hinten in der Mitte und eine vorne in der Nähe der Bühne.

Strom bzw.- Akkubetrieb: Wenn man 4-5 Stunden oder mehr filmt, sollte man sich gut vorbereitet haben und ausreichend geladene Akkus dabei haben oder noch besser: Strom aus der Steckdose. In unserem Fall konnten wir nur hinten den Strom aus der Steckdose nutzen, für vorne brauchten wir deshalb mehrere Akkus, die dann z.B. in Pausen zusammen mit den Dv-Tapes gewechselt wurden. Selten mussten wir die Dv-Tapes mitten in einem Auftritt wechseln, da wir zwei Kameras hatten und diese nicht gleichzeitig (kann man zeitlich regeln!) leere Akkus oder volle Tapes hatten, hat man immer den gesamten Auftritt! Man schneidet dann später das Video so, das immer die eine Kameraaufnahme alleine weiterläuft während der Kollege in dem Moment gerade dabei war, das Tape oder den Akku zu wechseln.

Wenn man also häufig Schnitte in seinem Konzert-Video hat sind drei Kameras eigentlich noch besser, das bedarf dann aber schon wesentlich mehr Aufwand.

Für unsere Konzert-Aufnahme haben wir ca. 20 DV-Kassetten (Sony Premium) und ca. 5 Dat-Tapes dabei gehabt.

Die Video-Schnittsoftware und die Hardware

Für unsere Dvd haben wir einen Video-Rechner benutzt, der über eine Athlon-Cpu, eine Matrox Videoschnittkarte und über 3 GB Ram verfügt.

Die Aufnahmen wurden per Firewire (IEEE 1394) direkt auf eine Externe 500 GB-Festplatte überspielt. Es ist zu beachten, das die Festplatte z.B. bei Windows mit Ntfs formatiert ist, Externe Harddisks werden sehr häufig von Anfang an mit FAT32 formatiert, welches Dateien von maximal 4 Gigabytes Grösse erlaubt.

Als Videoschnittsoftware benutzen wir Adobe Premiere 2.0, welches auch Hdv-Material verarbeiten kann. Unsere Videos wurden zwar mit der Sony Hc1 in Hdv aufgzeichnet, jedoch vorerst (aufgrund der Datengrösse) als Dv-Material verwendet.

Multicam-Modus bei Premiere 2.0

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Quelle: Adobe.com

Bei Premiere 2.0 kann man den sogenannten Multicam-Modus benutzen, um verschiedene Aufnahmen während des Abspielens zu schneiden. Mehr dazu weiter unten.

Adobe Encore 1.5

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Quelle: Adobe.com

Es kamen zur Videoschnittsoftware noch einige andere Programme bzw. Plugins zum Einsatz, unter anderem Adobe Encore 1.5 und zwei Plugins der Firma Redgiantsoftware und zwar die knolllightfactory für Licheffekte im Intro der Dvd und Magic Bullet Editors für Farbkorrekturen.

Audiodaten wurden unter anderem mit Adobe Audition 1.5 bearbeitet.

Erstellung des Videos und der DVD:

Die Videos wurden wie bereits erwähnt per Firewire auf den Rechner 1:1 überspielt (man muss also die Videodaten in Echtzeit überspielen) und lagen dann als recht grosse Avi-Daten vor. Eine Minute Avi-Material entspricht dabei ca. einem Gigabyte an Daten.

Diese Videos wurden dann bei Premiere 2.0 in Sequenzen geladen und mittels Multicam-Mode geschnitten (2 verschiedene Kamera-Ansichten). Zuvor wurden die beiden Kameraufnahmen natürlich noch mit den DAT-Aufnahmen und dem Original-Ton der Canon Xl2 (O´Ton) synchronisiert.

Für jede Musikgruppe wurde eine eigene Sequenz angelegt und die Videos wurden anschliessend als Mpg-Datei mit hoher Qualitätseinstellung auf die Festplatte exportiert. Das Gleiche wurde mit den Intros und den Menüs gemacht, Titeln usw. auch gemacht.

Adobe Encore - Fertigstellen einer Dvd

Bei dem Programm Encore 1.5 von Adobe kann man sich Vorlagen auswählen, um daraus ein Dvd-Menü zu erstellen. Wir haben uns eine blanke 16:9 Widescreen-Vorlage ausgesucht um darin unsere Inhalte einzubinden. Als erstes wurden die zahlreichen Videos importiert und dann mittels Thumbnail-Vorschaubildern eingebunden. Die Einstellungen wurden so vorgenommen, dass am Anfang ein Intro mit Musik und Text erscheint, dann kommt ein Video wo das Menü aufgebaut wird und schliesslich das Menü selbst, was sich mehrmals looped.

Die Einzelnen Videos wurden untereinander verknüpft (z.B. das Ende von Video1 geht zum Anfang von Video2 usw.) diese Einstellungen waren recht komplex und stellen später die Bedienung der einzelnen Elemente per Fernbedienung dar (Hauptmenü, Titelmenü usw.)

Ein Pluspunkt von Adobe Encore ist z.B. das man die Qualität seines Videos an das vorhandene Medium automatisch anpassen lassen kann. Wir haben uns für eine Dual-Layer Dvd entschieden und das Programm hat unser Material so angepasst, das es am Ende komplett auf die Dvd passt. Unsere Dvd konnte dann anschliessend auch ins Presswerk gegeben und vervielfältigt werden.

Es wurden dann auch noch grafische Elemente mit Adobe Photshop und Paintshop-Pro erstellt, die z.B. als cover und für Menüs etc.benutzt wurden.

Hinweise und Tipps:

Sehr geholfen hat uns unter anderem auch die Webseite von Hackermovies.com und Slashcam.de , hier findet man sehr viele Informationen rund ums Filmemachen.

Bestellen könnt Ihr die Dvd hier: Hip Hop Konzert-DVD , es gibt hier auch eine Vorschau des Menüs mit Musik und weitere Informationen dazu.

Viel Spass beim Filmen von Konzerten!

DjHighfly 2007

Ein Kommentar zu “Making of - Hip Hop Konzert DVD”

  1. djhighfly sagt:

    Ps.: es handelt sich hierbei um eine Dvd mit Uk Hip Hop-Gruppen und Hip Hop aus Deutschland und den Niederlanden!

    Insgesamt wurden an diesem Abend 10 Gruppen gefilmt.

    viel Spass mit der Hip Hop Dvd

    Highfly

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