mpc 1000

Mpc 1000 – Beatmaking Tutorial 1 (Für Einsteiger)

Hallo Musiker, Beatmaker, Hip Hop Fans!

Nach meinem ersten Eindruck zur Mpc 1000 möchte ich heute ein kleines Tutorial über das „Beat making“ mit der mpc 1000 machen, auf den anderen Mpc´s dürfte die Vorangehensweise ähnlich oder fast gleich sein (z.B. Mpc 2500 usw.). Als Betriebssystem (OS) wurde auf dem vorliegenden Gerät das JJ OS 1, ver. 4.99L installiert, mit dem Akai Betriebssystem (2.13) ist der Ablauf fast identisch und sollte zum gleichen Ergebnis führen. Ich beschreibe ersteinmal die ersten Schritte zu einem einfachen Beat, der mit den ausgelieferten Samples der Akai 128 MB Compact Flash-Speicherkarte gemacht werden kann (Drum Kits, einzelne Samples, Programme ect).

Samples / Instrumente und Programme laden

Nach dem Einschalten der Mpc befindet man sich im Hauptmenü und hat mit der „Mode“-Taste die Möglichkeit, verschiedene Menüpunkte zu öffnen. Wird die Mode-Taste gedrückt, blinkt sie und man kann durch das Drücken der verschiedenen Pads die Menüs auswählen, wir starten hier ersteinmal mit dem Pad 2, über dem man auch die gelbe Schrift „Load“ sehen kann, um ein Sample zu laden und einem Pad zuzuweisen. Insgesamt stehen uns 16 Pads pro Bank (Bank A, B, C und D) zur verfügung, also insgesamt 64 Samples (oder Layer).

mpc1000_load_menue_pgm

Im Load Menü können wir nun mit den Pfeiltasten navigieren und uns durch die Verzeichnisse bewegen, die sich bereits auf der mitgelieferten Karte befinden. Auf der Karte (Load: Memory Card) sieht man das Verzeichnis Drum&Percussion, Internal und Misc Programs. Wir gehen ins Verzeichnis Drum&Percussion und scrollen mit dem „Data wheel“ nach unten zum Ordner TR808_Kit, welches wir öffnen. Hier sehen wir eine Auflistung verschiedener Samples 808 Clap.wav usw. und eine .PGM Datei, welches eine Programmdatei ist, die sämtliche Samples als ein komplettes „Set“ lädt. Man kann auch eigenes Sets als Programmdatei abspeichern, dazu später mehr. Im vorliegenden Programm wurden alle Samples vereint und den entprechenden Pads zugewiesen. Wir laden die TR808 Kit.PGM – Datei mit der Funktionstaste F5 (do it) und bekommen bekommen ein neues Fenster, in dem man festlegen kann, ob man das Programm inklusive der enthaltenen Samples laden möchte (with samples) oder ohne (program only) und ob wir vorhandene Samples ersetzen möchten, wir möchten dies tun und klicken erneut auf F5.

Das Programm wurde geladen und wir gehen mit der Taste „Main“ zurück zum Hauptmenü. Links oben sehen wir unter dem „Now“-Feld ein Symbol einer Note und deneben eine Zahl, die für die BPM steht (Beats per minute / Anschläge pro Minute). Wir stellen den Wert vielleicht auf 100 und drücken dann die „Mode“-Taste + Pad 7 (Program). Es öffnet sich das Menü, in dem wir unsere Programme vorfinden, Samples zuweisen und diverse Einstellungen vornehmen können.

Oben links sehen wir das momentan geladene Programm (in unserem Fall ein leeres Program01) welches wir anwählen, sodass es markiert wird und drehen das „data wheel“ nach rechts bis unser soeben geladenes TR808_Kit erscheint. Drückt man nun ein beliebiges Pad, kann man sehen, das links das jeweilige Pad angezeigt wird (A 01, A 02, A 03 usw.) und verschiedene Samples zugewiesen wurden. Pad A 01 wurde ein 808 Kick_Short zugewiesen, Pad A 02 hat sogar mehrere Samples, die als „Layer“ übereinander gelegt wurden. Wir können nun die 16 verschiedenen Pads von Bank A spielen, das Programm hat jedem Pad ein Sample zugewiesen. Anmerkung: Hat ein Programm mehr als 16 Samples, können diese auf den weiteren Bänken verteilt (PAD BANK) werden.

Im jeweiligen Programm können jedem Sample noch verschiedene Parameter zugewiesen werden, eine der häufig genutzen Funktionen ist: Voice Overlap: Poly oder Mono. Mit diesen Funktionen kann man die Samples so einstellen, dass sie entweder mehrfach übereinander abgespielt werden können (Poly) oder einfach (Mono). Ebenso interessant ist die Einstellung Layer: One Shot oder Note on, One Shot spielt den Sample komplett ab, wenn man ein Pad drückt, Note on hingegen spielt den Sample nur für die Dauer, in der man ein Pad gedrückt hält. Die Layer Funktion findet man im Play Mode, welches sich durch das Benutzen der „Window“-Taste öffnet, während der entsprechende Sample markiert ist. Dort kann man dann das Sample zwischen One Shot und Note On umschalten.

Aufnehmen einzelner Instrumente/ Samples in einem Track

Zurück zum Main-Menü: Dadurch, dass ein Programm von uns ausgewählt wurde, steht dieses nun im unteren Bereich als Pgm: 808 Kit. Man kann die Pads anspielen und sich die einzelnen Samples anhören. Hier stellt man sehr schnell fest, das einige Samples eher aus dem rechten Lautsprecher zu hören sind, andere wiederum verstärkt aus dem Linken usw., dies kann später im Mixer eingestellt werden und dient dazu, interessante Stereo-Effekte zu erzielen (Mixer und Einstellungen folgen).

Songaufbau – Tracks und Sequenzen

In der Mpc werden ähnlich wie bei den Trackerprogrammen Fasttracker oder Octamed V4 auf dem Amiga verschiedene Spuren und Blöcke / Sequenzen benutzt, um daraus komplette Beats, Songs / Instrumentale anzufertigen. In der Mpc heissen die Spuren Tracks und die Sequenzen (Sequence) beinhalten einen oder mehrere dieser Tracks. Im Idealfall liegt auf jedem Track ein einzelner Sample, um diese später auch stummschalten (muten) und weiterverarbeiten (kopieren etc.) zu können. Wichtig ist hierbei das Benennen der einzelnen Tracks, um sich später besser zurechtzufinden. Fangen wir an: Track 1 ist momentan noch unbenutzt und heisst noch Name: (Unused), sobald etwas aufgenommen wurde, heisst der Track: Track01. Mit der Taste Tap Tempo / Note Repeat werden die entsprechenden Samples je nach eingestellter Zeitkorrektur (T.C. / Timing Correct) und der Note Value hintereinander gespielt, voreingestellt ist wahrscheinlich 1/16, dies können wir ersteinmal so belassen, später mehr zur Timinig Correct, Swing etc..

Hält man nun die Note Repeat-Taste gedrückt und gleichzeitig ein Pad (z.B. Pad 15), hören wir die 808 Maracas (HiHat) fortlaufend hintereinander. Mit der Rec-Taste+ Play Start überspielen wir alles was auf dem Track drauf ist (momentan noch nichts) und starten die Aufnahme vom Anfang des Tracks (Now: 001.01.00). Voreingestellt sind 2 Bars, Loop müsste auf ON stehen. Drücken wir Rec+Play Start gleichzeitig hören wir das metronom 1-2-3-4 , welches uns Zeit gibt, uns auf die Aufnahme vorzubereiten und die Aufnahme zu beginnen.

Mpc-1000-Menue

Durch das Drücken der Taste Note Repeat+Pad 15 nehmen wir nun ein 1/16 Hihat auf und lassen das Pad und die Tasten nach 2 Takten los und drücken Stop. Wenn wir nun Play Start drücken hören wir unser HiHat ohne Metronom so wie es aufgenommen wurde. Mit der Taste „Undo SEQ kann die jeweilige Aufnahme rückgängig gemacht werden. „Wir gehen mit den Cursor-Tasten auf unser Track01 und drücken die Window-Taste, wo wir den Track benennen können (z.B. HiHat01). Mit der Taste F4 (Close) schliessen wir das Fenster und sehen das unser erster Track so benannt wurde, wie wir es eingegeben haben.

mpc1000_track_name

Mit den Taste F3 und F4 (TR – und TR +) können wir nun zwischen den einzelnen Tracks schalten und wählen F4 um einen neuen Track aufzunehmen. Wir wiederholen den vorherigen Schritt und spielen z.B. mit dem Pad 2 die Snare nach unseren Vorstellungen. Danach ein weiterer Track mit der Bassdrum / Kick (Pad 1). Wenn wir erneut aufnehmen möchten und dabei den zuvor gespielten Part überspielen möchten, können wir ebenfalls wieder Rec+Play Start drücken um von vorne aufzunehmen, oder ab der Stelle an der wir uns befinden mit Rec+Play. Möchten wir allerdings etwas hinzufügen, ohne etwas zu löschen können wir mit der „Over Dub“ Taste + Play oder Play Start neue Noten hinzufügen. Mit der Erase-Taste können u.A. einzelne Samples der jeweiligen Pads, oder alle im Track enthaltenen Samples (auch in einer bestimmten Zeit) entfernt werden. Mit der Taste F6 kann man einzelne Tracks auf Solo schalten, um nur den jeweiligen Track zu hören, den man gerne alleine ohne die anderen Tracks hören möchte. Einzelne Tracks lassen sich mit der Taste F5 (Mute) stummschalten.

Im Load Menü laden wir nun noch einzelne Samples oder ein Programm mit Bass, Strings,  oder Ähnliches und bauen so unsere ersten Tracks weiter aus, welche wir später in die Sequencen einfügen um daraus einen kompletten instrumental-Song zu erstellen. Einzelne Samples können beim Ladevorgang einem Pad zugewiesen werden, nach dem Wählen von „do it“ kommt ein „Assign to pad“-Fenster wo wir unser entsprechendes Pad (und die jeweilige Pad Bank) aussuchen können, das jeweils gedrückte Pad wird dunkel unterlegt, bestätigen mit „Yes“.

Das waren soweit einige Grundfunktionen, um zumindest ersteinmal ein paar Tracks aufzunehmen, weitere Tutorials mit detaillierteren Beschreibungen folgen. Es macht bereits nach ein paar Minuten rumtüfteln sehr viel Spass mit der Mpc 1000 zu arbeiten, empfehlenswert sind wie bei sovielen Dingen diverse Tutorial Videos zu den MPC – Geräten. Wer sich so ein Gerät kaufen möchte, findet hier günstige Angebote für die MPC 1000 und die MPC 500.

Ich würde mich sehr über Kommentare oder Korrekturen freuen, sollte ich etwas falsch dargestellt haben, oder falls Ihr noch Ergänzungen zu den einzelnen Bereichen habt.

Weiter zum Mpc 1000 Beat Making Tutorial Part 2

Viel Spass beim Beatbauen wünscht Euch

Dj Highfly, im Februar 2010

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