Hardwaresequenzer und Sampler – Akai Mpc 1000 – Teil 1

 Mpc-1000 black

Hallo Freunde der Musik! Winterzeit ist auch Musikzeit, deshalb möchte ich heute einen kleinen Bericht über die Mpc 1000 schreiben. Videos und Soundbeispiele kommen demnächst noch hinzu.

Einleitung: Die verschiedenen Geräte der Mpc-Serien hatten anfangs Ihre Abkürzung aus den Worten “Midi Production Center”, durch diverse Erweiterungen z.B. im Bereich Sampling steht die Abkürzung heute für “Music Production Center”.  Folgende Modelle sind bisher vom japanischen Hersteller Akai hergestellt und auf den Markt gebracht worden:  MPC 60, MPC 60 II, MPC 500, MPC 1000, MPC 2000, MPC 2000 XL, MPC 2500, MPC 3000, MPC 4000 und die MPC 5000. Die Akai Mpc´s finden besonders im Bereich Hip-Hop / Rap ihre Anwendungen, bekannte Künstler sind z.B. DJ Premier (Gangstarr etc.), Dj Shadow, Dr. Dre und viele weitere Künstler, auch aus anderen Musikbereichen.

Das Akai Mpc 1000

Als ich um 1991 mit dem Erstellen von instrumentalen Beats angefangen habe, kam preislich zu der Zeit nur der Amiga 500 / 600 / 1200 in Frage, zuerst mit 1 Mb Ram  , beim Amiga 1200 war es später dann etwas mehr (20 Mb Festplatte usw.). Gesampled wurde in 8 bit/mono und zumeist Fasttracker oder Ähnliches mit 4 Spuren benutzt, der Soundchip hiess Paula und zum Samplen gab es ein extra Modul. Worauf ich hinaus will: durch die Art und Weise, wie mit Samples / digitalisierten Instrumenten bereits mit dieser bescheidenen Technik umgegangen wurde, fiel es zumindest mir relativ einfach, erste Beats mit der Mpc 1000 zu machen, das Prinzip sieht einfach dargestellt so aus:

Maschine anschalten und die Demosongs werden aus dem Autoload-Verzeichnis auch gleich geladen (sofern Autoload aktiviert). Per “Mode / Load (Pad 2) / ” kann man dann schonmal schauen, was sich so auf der mitgelieferten 128 MB Sound Library CompactFlash-Karte von Akai befindet. Im Ordner Drum&Percussion befinden sich 34 verschiede Drumkits und andere Instrumente, schön als *.PGM verpackt (kann als Set / Programm dann in der Mpc geladen werden). Mein Favorit ist als oller Old School Fan hier z.B. das TR808_KIT. Weitere interessante Kits sind hier z.B. LIVE KIT 1+2 und weitere. Im Verzeichnis “Misc Programs” befinden sich einige Unterordner mit Instrumenten (Bässe, Piano, GloryRoad, Loops, Sound Fx, Strings, Synthies usw.), womit man gleich von Anfang an eine interessante Auswahl zum Musizieren hat.

Die Mpc 1000 (Black Edition) wird mit 16 MB Ram und der angesprochenen 128 MB CompactFlash-Karte ausgeliefert. Wer gerne längere Parts samplen möchte, oder grössere Daten als die 16 MB gleichzeitig laden möchte, ist gut beraten sich eine Speichererweiterung und eine grössere Speicherkarte, vielleicht sogar eine Festplatte zusätzlich anzuschaffen (als Zubehör erhältlich). Man sollte verstehen, dass die Samples die man für einen Song benutzen möchte, im RAM-Speicher der Mpc geladen werden und von dort auf die zusätzlichen Medien wie die CompactFlash-Karte oder Festplatte nocheinmal abgespeichert werden müssen (daher der Vergleich mit dem Amiga 500 usw.). Die Samples kommen also entweder von den ROM-Medien, oder werden per Aufnahme (Mode /Record) zuerst in den RAM geladen. Schaltet man das Gerät aus, ohne zu speichern, gehen alle temporären Daten verloren.

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MPC X / Bild: Thomann.de

MPC X / Bild: Thomann.de

MPC Live / Bild: Thomann.de

MPC Live / Bild: Thomann.de

 

Als erste zusätzliche Investition dürften die meisten Benutzer der Mpc wahrscheinlich einen grösseren RAM-Speicher und eine grössere CompactFlash-Karte in Betracht ziehen, zumindest letztere sind relativ preiswert, in diversen Foren wird berichtet, dass man neben der RAM Speichererweiterung von Akai (EXM128 /128MB) auch Speicher anderer Hersteller einbauen kann.

Die 16 anschlagdynamischen Pads (per Full LEVEL ist die Anschlagdynamik abstellbar) lassen feinstes Drumcomputer-Feeling aufkommen, per T.C. -Schalter (Timing Correction – Taste F1) kann man den Zeitwert (z.B. 1/8, 1/16 etc.) der Zeitkorrektur/Quantisierung einstellen und dies dann auch sehr schön z.B. mit der Note Repeat-Taste ausprobieren (das auf einem Pad gedrücktgehaltene Sample wiederholt sich entsprechend). Mit den Q-Link™ Reglern kann man einen einstellbaren “Swing” zuweisen, wodurch die eingespielten Samples / Instrumente einen für die Mpc-typischen Groove bekommen.

Wie geht das denn nun mit dem Beatbauen?

Samples laden und den Pads zuweisen: Wie bereits erwähnt, befinden sich auf der mitgelieferten Karte einige interessante Samples und Drum-Sets, welche man im Load-Menü anhören und laden kann. Man kann nun komplette Programme laden, in denen sich unterschiedliche Samples in einer oder mehreren Banken befinden (Bank A, B, C und D x 16 Pads, also maximal bis zu 64 Plätze), oder einzelne Samples und diese dann auf die unterschiedlichen Pads legen. Als Beispiel: Bassdrum Pad 1 Bank A, Snare Pad 2 Bank A usw., vielleicht ein komplettes Drumset auf die Pads der Bank A und auf Pad 1 Bank B ein Bass, Pad 2 Bank B Synthie etc. etc..

Nun kann man die BPM (Beats pro Minute) einstellen, und los gehts: Die Sequence ist soetwas wie der Kanal, die Tracks sind die Spuren. Mehrere Sequencen hintereinander bilden einen Song. Mit REC+PLAY START fängt der jeweilige Track innerhalb der Sequence an vom Anfang aufzunehmen, beim Drücken der Tasten REC+ PLAY START wird alles überschrieben und man nimmt die per Pad angeschlagen Samples “live” auf. Mit den Tasten OVERDUB + PLAY START können weitere Samples aufgenommen werden. PLAY START startet immer vom Anfang der Sequence, PLAY ab dem Bereich, in dem man sich momentan befindet.

Wie bei den Trackerprogrammen (Amiga und PC etc.) können im Step Edit – Mode Korrekturen vorgenommen werden, kopieren, einfügen, verschieben, Notenlängen, Effekte usw., im Song-Modus (Mode + Pad 16) können einzelnen Sequencen beliebig angeordnet werden.

Trim, Chop, Slice und co

Längere Samples können im Bereich “Trim” (Mode + Pad 6) umfangreich editiert und in ihre Bestandteile zerlegt werden, um diese dann z.B. den einzelnen Pads zuzuweisen, womit sich vielfältige Möglichkeiten ergeben, Samples neu zu spielen und anzuordnen. Man kann Start-und Endpunkte der Samples festlegen, Teile entfernen oder extrahieren, löschen, oder Funktionen wie “normalisieren” und viele weitere Tools nutzen, um seine Samples zu bearbeiten. Ein Sample, der per Chop in mehrere Slices (Teile / Scheiben) zerschnitten wurde, kann auch als komplettes Programm gespeichert werden, wo dann die einzelnen Teile den Pads zugewiesen werden.

Weitere Funktionen und Möglichkeiten

Zahlreiche Parameter wie Pitch, Layer, Attack, Decay usw. können den 2 Schiebereglern “Q-Link™” zugewiesen werden. 32 Midikanäle können benutzt werden um Daten per Midi mit anderen Geräten oder Computern auszutauschen. Per USB-Anschluss können Daten auf die Speicherkarte / Festplatte kopiert und geladen werden (Für die CompactFlash-Karten würde ich ein Usb-Kartenlesegerät empfehlen, die gibt es bereits sehr günstig). Naja und dann nicht zu vergessen: die ganze Sample und Audio Line In-Sache. Plattenspieler, Cd-Player, Mp3 Player, Radio, Mikrofon, oder was auch immer, rein in den Audio-Eingang, und ab dafür, was reingeht muss auch wieder raus oder? Am besten in Form interessanter Songs!

Betriebssystem (OS) – Akai und JJ OS

Auf der vorliegenden Mpc 1000 ist das Betriebssytem 2.13 von Akai installiert (Release Ende 2009), komischerweise gibt es zum heutigen Tag nur die Version 2.12 auf den Downloadseiten von Akai, die Version 2.13 müssten demnach bald zum Download bereitstehen.

Eine nicht gerade geringe Anzahl an Benutzern diverser Mpc´s (z.B. MPC 1000, MPC 1000B, MPC1000 BK und MPC1000 BK-N, MPC 2500, MPC 2500LE, MPC 2500SE ) haben sich eines der verschiedenen Betriebssysteme von einem japanischen Programmierer installiert, genannt JJ OS (steht wohl für Japanes Jenius Operation System). Oft im bekannten MPC Forum gelobt, sind die in den JJ OS Betriebssytemen eingebrachten “Erweiterungen”, wie z.B. die einfacherere Bennenung per Buchstabenleiste, der kleine Step-Sequencer usw.. Zu beachten ist hierbei, das eine kleine “light-Version” kostenlos ist, und die grösseren Betriebssysteme JJ OS1, JJ OS2 und JJ OS2 XL gekauft werden müssen.  Desweiteren kann die Garantie der MPC erlischen, wenn man ein fremdes OS installiert, von daher genau überlegen!

Keine Gewähr auf Richtigkeit etc.!

Ende Teil 1 – Teil 2 folgt bald, stay tuned!

Dj Highfly 2010