MPC Live - Sampler

Hallo Freunde der MPC. Heute widme ich mich einem etwas komplexeren Thema – ein Thema, daß die MPC u.A. so bekannt und beliebt gemacht hat, dem Sampling. In einem älteren Artikel bin ich bereits auf das Thema Was ist ein Sampler – Was sind Samples? ansatzweise eingegangen. Hier möchte ich mich auf die MPC Live bzw. MPC X konzentrieren, beide Geräte benutzen die gleiche Software. Die MPC (oder das MPC / Music Production Center) ist ein Sampler, der es ermöglicht, die aufgenommenen Samples zu zerteilen, um sie über die Pads abzuspielen und um die eingespielten Noten in einzelne Tracks dabei aufzuzeichnen.

In meinem Tutorial bzw. Beispiel Teil 1 werde ich mich auf das Samplen eines Drumloops und dem Erstellen eines Programmes aus diesem Drumloop beschränken. Das erstellte Programm bildet die Basis für ein Instrumental. Man kann nach dem Aufnehmen (Samplen) eines Beats die einzelnen Bestandteile (Kick, HiHat, Snare etc.) mit Hilfe von Slices (Stücke) auf die einzelnen Pads legen und somit den originalen Beat neu einspielen. Der neu eingespielte Beat kann sich dabei drastisch vom Originalen unterscheiden, da zum einen die Anordnung eine komplett neue sein kann, zum Anderen kann auch die Geschwindigkeit verändert werden.

MPC Live – Samplen von Vinyl

MPC Live - Sampler / Vinyl

MPC Live – Sampler / Plattenspieler

Um Samples von externen Quellen (z.B. Plattenspieler, Cd-Player, Smartphone etc.) aufnehmen zu können, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Ich benutze einen Plattenspieler mit Massekabel, den ich an den Phono-Eingang angeschlossen habe. Das Massekabel wird an den entsprechenden Anschluß (Ground) gesteckt und festgedreht. Der Auswahlschalter auf der Rückseite der MPC wird auf „Phono“ gestellt.

MPC Live – Aufnahme

MPC Live - Sampler ARM / Monitor

MPC Live – Sampler ARM / Monitor

Nun gehe ich über MENU zum SAMPLER, wodurch man zur Aufnahme gelangt. Auf der linken Seite kann der Eingang (Input) eingestellt werden. In meinem Fall habe ich Input 1,2 in Stereo gewählt. Es ist aber auch möglich in Mono aufzunehmen und teilweise nicht verkehrt, da man hiermit nur die Hälfte an Speicher verbraucht. Vocals werden z.B. in den meisten Fällen in Mono aufgenommen. Sobald ich MONITOR (links unten) antippe und den Beat von meiner Platte abspiele, höre ich den Beat und kann den entsprechenden Eingangspegel sehen.

Man kann die maximale Aufnahmelänge einstellen und diverse andere Funktionen, auf die ich später eingehen werden. Ich warte nun auf eine Passage die ich Samplen möchte und drücke rechtzeitig den runden ARM Button auf dem Display, wodurch die Aufnahme startet. Nach der Aufnahme von einigen Takten drücke ich erneut drauf um die Aufnahme zu stoppen. Mit KEEP kann ich das Sample behalten und unter einem Namen speichern. Unter MENU findet man oben das Menü SAMPLE EDIT, wo das aufgenommene Sample editiert werden kann.

MPC Live – Sample Edit

MPC Live - Sample Edit

MPC Live – Sample Edit

Wenn ich mit Hilfe des Lupenwerkzeugs und zwei Fingern das Sample heranzoome, kann ich das Sample nahe genug heranzoomen, um den Startpunkt erkennen zu können. Es gibt ein Feld für START und eines für END. Beide Felder lassen sich durch Q-Link 1/2 auswählen. Die kleinen Q-Link – Regler dienen als Feinheitsstufe (0-1000). Den Startpunkt erkennt man an dem grünen S, den Endpunkt an einem roten E. Ich stelle den Start – und Endpunkt so ein, daß ich über das Pad 13 (Abspielen) den Beat sauber von Anfang, bis zum gewünschten Ende hören kann. Mit Shift kann man z.B. ein Untermenü öffnen, wo es weitere Funktionen wie Loop etc. gibt. Ein Loop hilft in dem Fall, den Beat „rund“ zu schneiden.

MPC Live – Sample Discard

MPC Live - Sample Discard

MPC Live – Sample Discard

Unter dem Menüpunkt Process kann man verschiedene Funktionen auf das entsprechende Sample anwenden wie z.B. Normalize, Delete etc. hier wähle ich die Funktion: DISCARD. Damit wird der Anfang und das Ende vor – und hinter dem gewählten Bereich herausgelöscht. Das bedeutet: der gewählte und eingestellte Bereich des Samples bleibt erhalten und der Rest wird gelöscht. Mit DO IT bestätige ich den Vorgang und sehe auf dem Display meinen sauber geschnittenen „loopfähigen“ Beat, der z.B. über Process „NORMALIZE“ noch in der Lautstärke normalisiert werden kann.

MPC Live – Sample Chopping

MPC Live - Chop / Program

MPC Live – Chop / Program

Nun kommt das sogenannte Chopping  (Zerhacken) zum Einsatz, womit man das Sample in mehrere Teile aufteilen kann. Dafür klicke ich links unten auf dem Display erneut auf das Feld, wo „Trim“ steht. Es erscheint ein zweiter Menüpunkt CHOP. Man hat dort die Möglichkeit, das Sample über MANUAL, THRESHOLD (Transientenerkennung), REGIONS oder BPM aufzuteilen. Ich entscheide mich für REGIONS und wähle 8 im Auswahlfeld „Regions“. Bei dieser Anzahl wird der Beat auf 8 Pads verteilt. Werden nun die einzelnen Pads gedrückt,  hört man welcher Sound/Bereich zu welchem Pad abgespielt wird. Auch ein Nachbearbeiten (Start – und Endpunkt) wie beim „Sample Edit“ einzelner Regionen ist hier möglich.

MPC Live – Non-Destructive-Slice

MPC Live - Non-Destructive-Slice

MPC Live – Non-Destructive-Slice

Sobald ich mit den einzelnen Slices zufrieden bin, drücke ich Shift und wähle Process, um mich dort für Non-Destructive-Slice zu entscheiden. Es wird eine Art Programm erstellt und ich kann nun meine einzelnen Samples über die Pads in einen Track einspielen. Zwischendurch speichere ich meine Arbeit ab. Der Beat wurde mit dieser Methode einfach in seine Bestandteile zerlegt und die einzelnen Elemente können – wie bei einem Drumkit – gespielt werden. Dabei wurde weder die Geschwindigkeit, noch die Tonhöhe verändert. Ich kann den Beat also nur im Bereich der originalen Geschwindigkeit (BPM) spielen, damit er rund klingt. Als Faustregel kann man festhalten: je mehr Slices man hat, desto größer ist der Spielraum im Bereich der Geschwindigkeit. Wenn ich meinen Beat, der eigentlich 90 BPM hat mit 70 BPM abspiele klingt er abgehackt, es sei denn, ich ändere die Tonhöhe (Semi im Menü Programm Edit oder Tune bei Sample Edit). Eine gänzlich andere Variante ist das sogenannte Timestretching, worauf ich in weiteren Artikel eingehe. Die hier beschriebene Methode ist im Endeffekt die oldschool´ste Variante: Sample aufnehmen, Schneiden, Zerteilen, Einspielen.

MPC Live – Slices im Track

MPC Live - Slices

MPC Live – Slices

Auf dem letzten Bild sieht man nun den „zerhackten“ Beat, der über die Pads in einen Track eingespielt wurde. A01 ist die Kick, A02 eine HiHat, A03 eine Snare usw.. Da man nun einzelne Elemente des originalen Beats zur Verfügung hat, kann der Beat jetzt neu arrangiert und so eingespielt werden, wie man möchte. Auch einzelne Elemente können in anderen Songs etc. genutzt werden. Nach dem gleichen Prinzip abeitet z.B. auch die Software „Recycle“ von Propellerheads und Ähnliche. Zum Abschluß könnt ihr Euch den originalen Beat (von Vinyl) anhören und darunter die per Chop / Slices und Tuning bearbeitete und neu arrangierte Version.

Beat 1 von Vinyl gesampled:

Beat 2 Chop / Slices / Tuning – 2 und neu arrangiert:

Ich hoffe das Tutorial konnte Euch ein wenig weiterhelfen. In einem weiteren Teil gehe ich auf andere Funktionen des Sampling  und dem Erstellen von Programmen etwas genauer ein. Über Eure Kommentare unterhalb des Artikels würde ich mich sehr freuen.

Momentan kann man die MPC Live und die MPC X z.B. in diesem Onlineshop kaufen.

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