Was ist ein Sampler

Was ist ein Sampler, wofür brauch man Samples zum Musikmachen?

Sampler, wie wir sie kennen, gibt es schon seit den 70er Jahren. Sie dienen in erster Linie dazu, Töne, Geräusche, Klänge etc. aufzunehmen (Samples = Ausschnitte, Klangbeispiele), um sie anschliessend wieder abspielen zu können, wenn möglich in verschiedenen Tonhöhen. Als Aufnahmegerät kann hierbei z.B. ein Mikrofon oder ein Line-in Eingang benutzt werden. Die Tonhöhe ändert sich durch die Geschwindigkeit, in dem ein Sample abgespielt wird (Pitch). Die Abtastrate der Frequenz bezeichnet die Samplingrate, die Auflösung wird bestimmt durch die Feinheit, mit der die Klang-Prozessoren die Wellenformen abtasten. Erweiterte Techniken der Samplebearbeitungen sind z.B. Time-Stretch,  Slicen und Pitch Shift (Geschwindigkeitsveränderungen bei gleichbleibender Tonhöhe mittels komplexer Algorithmen etc.).

Hardware-Sampler und Software-Sampler

Hier gibt es im Grunde kaum unterschiede, da jeder Sampler – egal ob Hardware oder Software- eine „Soundkarte“ benötigt um arbeiten zu können. Der Hardware-Sampler hat z.B. eine für das Aufnehmen und Abspielen hergestellte Hardware und entsprechend die dafür optimierte Software. Im Computer wird dieser Bereich von der jeweils eingebauten Soundkarte erledigt, die Musik / Sampler – Software greift auf diese zu und man kann in den Optionen der Software die jeweilige Soundkarte aussuchen (Treiber) und konfigurieren. Bekannte Hardware-Sampler sind z.B. Akai S 900, Akai S 2000, Akai S 3000, Akai S 3100, Emu Esi-32, Emu Emulator, Roland S 330, verschiedene Akai MPC, E-mu SP-1200 und viele weitere. Im Bereich der Software z.B. Wavelab, Soundforge, Samplitude, Amiga Fasttracker, LinuxSampler, Audacity (kostenlos), Halion Vst Sampler Plugin, Kontakt usw..

Was wird gesampled / gesamplet?

Im Grunde genommen kann alles aufgenommen werden, was man hören kann, von Meeresrauschen über Vogelgesang bis hin zu komplexen Beats und Elementen aus der Musik. Sinn und Ziel ist es, für seine Musik oder Kompositionen bestimmte Klangelemente zu erhalten und entsprechend einzubinden, welche man evtl. nicht synthetisch herstellen, oder musikalisch selbst nicht in der Lage wäre, eigenständig zu spielen, zum Beispiel ein Sample aus einem Beat. Zu beachten ist hierbei das entsprechende Recht des Künstlers, bei kurzen Elementen z.B. aus Drums sollte es normalerweise keine Probleme geben, da es sich um ein „Instrument“ handelt und weniger um einprägsame Melodien, desweiteren gibt es sehr viele Sample-Cd´s und extra zu diesem Zweck angebotene „Sample Library´s“, die man kaufen oder teilweise auch kostenlos bekommen kann.

Nehmen wir an, ein Schlagzeuger hat in den 60er Jahren einen sehr groovigen Beat gespielt und man möchte  nur die Snare für seinen eigenen Beat haben, weil sie besonders gut klingt und „knallt“.

Anstatt sich das Schlagzeug aus den 60ern zu kaufen (was wahrscheinlich nicht möglich ist) und die entsprechende Snare nachzuspielen, kann man den Teil auch aufnehmen (z.B. von einer Schallplatte oder einer CD) und die Snare „herausschneiden“ und abspeichern.

Aus mehreren Samples eines Schlagzeuges könnte man dann z.B. ein Drumkit erstellen. Dazu bieten die entsprechenden Programme Funktionen wie „zoom, select, copy, paste, normalize, extract“ usw., im Grunde erstellt man eine Kopie des Originals, welche man dann selber in seinen Beat einbinden kann, beim Amiga 500 z.B. in 8 Bit Mono auf max. 4 Spuren. Zum Einbinden der Samples in das eigene Musikstück benötigt man anschliessend einen sogenannten Sequenzer (Hardware oder Software), welcher z.B. intern im Computer oder extern per Midi die Samples steuert / abspielt. Eine Mischung aus beidem ist z.B. die Sp 1200 von E-Mu oder die bekannten MPC-Modelle von Akai, welche sowohl einen Sampler, als auch den Sequenzer in einem Gerät vereinen (inklusive Pads zum Ansteuern der Samples / Noten). Die Software Reason, Cubase, Logic etc. sind bekannte Beispiele für Software-Sequenzer, es ist ebenfalls möglich und gängige Praxis beide „Welten“ miteinander zu kombinieren.

Batteriebetriebener Sampler mit Mikrofon

Als mobile Variante gibt es z.B. den Roland SP-404SX Linear Wave Sampler, mit dem man auch unterwegs seine musikalischen Ideen aufnehmen kann. Wie bei einer MPC können auch hier die Samples auf die Pads gelegt werden, verschiedene Effekte erlauben es, die Samples individuell nach seinen Bedürfnissen einzustellen und zu verfremden.

Verschiedene Software Sampler

Man kann z.B. Cubase als Sequenzer benutzen, welcher einen Sampler ( z.B. eine MPC) per Midi steuert, die einzelnen Samples werden hierbei auf die entsprechenden Midikanäle verteilt. Auch verschiedene Sampler als VST Instumenten sind auf dem Markt (Halion, Kontakt etc.) welche innerhalb der DAW (Digital Audio Workstation) benutzt werden können.

 Eines steht fest: Sampling ist eine Kunstform und von einfachen Loops bis hin zu den umfangreichsten Kompositionen ist hier alles möglich (siehe Videos).

Soviel zum Thema Sampler und Samples, über eure Kommentare würde ich mich sehr freuen

Dj Highfly

 

Kunstform des Samplings – Videos


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